Bajardo
Bajardo (IM) liegt in der sonnenreichsten Gegend Liguriens auf 900 m Höhe ü.M. im Nerviatal in den Ligurischen Seealpen. Es ist der höchste Ort Europas mit Olivenanbau. Hier findet man beste klimatische Voraussetzungen zum Wohnen, Arbeiten, Erholen oder um einfach die Seele baumeln zu lassen.
Die Fläche von 24.000 ha im Naturpark und Erholungsgebiet Monte Ceppo besteht zum größten Teil aus Olivenhainen, weiter aus Kastanien- und Mischwald, sowie Wein- und Blumenanbau. Ein ausgedehnter Pinienwald im Tal Armea ist von der EU als Biotop anerkannt. Das erzeugte Olivenöl ist berühmt für seine außergewöhnliche Qualität und seinen feinen Geschmack.
Hier treffen zwei unterschiedliche Klimazonen zusammen, wodurch ein besonderes Mikroklima entsteht. Mediterrane und alpine Pflanzen wachsen in einzigartiger Vielfalt nebeneinander. Darunter sind sehr seltene Arten wie beispielsweise die Turban-Lilie. Im Frühjahr blühen Orchideen, Enzian, Lilien und Anemonen. Im Sommer bedeckt wilder Rhododendron den Bergkamm von Monesi bis zum Monte Pietravecchia.
“Wir müssen bis zu den Füssen des Himalayas reisen, um eine ähnliche Landschaft zu sehen.” (Verin, S. 75)
Lage
Koordinaten (43,9°, 7,7°)
Die Ortschaften der Gemeinde sind Berzi und Vignai. Bajardo grenzt an die Gemeinden Ceriana, Castel Vittorio, Badalucco, Apricale und Molini di Triora. In weniger als 30 Minuten ist man über die „Autostrada dei Fiori“ (A10) in San Remo am Meer. Die internationalen Flughäfen in Monaco und Nizza sind 1 Stunde entfernt. In Genua ist man in ungefähr 2 Stunden.
Aktivitäten
Natur & Erholung
Die abwechslungsreiche Landschaft zählt zu den Wald- und artenreichsten Regionen Europas. In der Umgebung werden viele individuelle Wanderungen und Mountainbike-Touren angeboten. Besonders beliebt sind die historischen Handelsrouten mit zahlreichen Natur- und Kulturdenkmälern. Bekannt ist auch das Spa und Thermal Center des 5 km entfernten Grand Hotels in Pigna mit seiner antiken, römischen Therme. An der nahegelegenen Küste findet man dutzende windgeschützter Sandstrand-Badebuchten mit hervorragender Wasserqualität.
Infrastruktur
Die Gemeinde Bajardo verfügt über eine intakte Infrastruktur mit Lebensmittelgeschäften, Poststelle, Postbank, ambulanter medizinischer Versorgung, Apothekendienst, Unterkünften und Restaurants. Zur Küste bestehen direkte Busverbindungen.
Kultur & Kulinarisches
Regionale Küche
Den Begriff “Mediterrane Diät” haben Ernährungswissenschaftler erfunden. Hier lacht man darüber ungläubig. Bekannt ist hier hauptsächlich jene Diät, die nicht allein auf Fisch basiert, da das Mittelmeer fischarm ist. Typisch sind Spezialitäten wie “Focaccia Sardenaira”, das Gericht der Matrosen, die zwischen der Küste und Sardinien hin und her pendelten, das “Olio extra Vergine”, die köstliche Gemüsetorte “Torta Verde”, die Sardellenpaste mit Salz und Olivenöl, die sich “Macheto” nennt, “Pasta fresca”, frische Teigwaren von Hand zubereitet, “Minestrone” (Gemüsesuppe), Pilze und Pfannkuchen, alles in unendlich vielen Variationen.
Feinschmecker finden reichlich Abwechslung und können zwischen mehreren hervorragenden Restaurants in Bajardo und der nähreren Umgebung wählen. Die Bergküche bietet neben der regionalen Küche Spezialitäten mit Wildkräutern, Heilpflanzen, Pilzen oder Kastanien.
Feste & Veranstaltungen
Neben Einblicken in Kunst- und Handwerkstraditionen werden wechselnde Veranstaltungen und Ausflüge wie Kräuterwandern, Koch-, Yoga-, Fotografie- oder Sprachkurse angeboten. Touristische Attraktionen sind das traditionelle Pfingstfest „Ra Barca“ und im Juni das zweitägige Druidenfest mit Musik, Lesungen, Kunst-Installationen, Führungen und einem Programm für Kinder. Liebenswerte Bräuche sind auch die Verteilung von heißer Schokolade und Glühwein am Lagerfeuer auf dem Stadtplatz im Januar oder die Präsentation köstlicher Getränke aus Bajardos Bachblütengarten im Juni. Auf der „Piazza Parrocchiale“ finden bis in den September Konzerte und Theateraufführungen statt. Das Museum “del Sorriso” in der Via Roma zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Kulturdenkmäler
Auf dem Gipfel über Bajardos historischem Ortszentrum befinden sich die malerischen Reste der alten Kirche „San Nicolò“. Dort eröffnet sich von der „Terrazzo sulle Alpi“, der Alpenterasse ein atemberaubender Blick auf Seealpen und Meer.
In der Waldlandschaft verstecken sich Schätze wie z.B. die Wallfahrtskirche des „Madonna Bambina“ in Rezzo (15. Jahrhundert). Die sechzehnbogige Brücke über dem“ Bach Argentina“ in Taggia oder das lange Brückenjoch der Brücke von Borghetto d’Arroscia gehören zu einem einzigartigen Kulturschatz Italiens. Der Buchenwald bei Rezzo wird als einer der schönsten in Ligurien bezeichnet. Er bedeckt 500 Hektar zwischen 900 und 1400 Metern über dem Meeresspiegel. Die restaurierte Kirche „San Giorgio“ in Montalto Ligure ist ein herrliches Beispiel mittelalterlicher Architektur. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert.
Sport
Die Gegend mit ihren ausgedehnten Reit-, Wander- und Mountainbike-Wegen ist ein Paradies für sportlich Aktive. Es gibt zahlreiche Angebote in der Umgebung: Biking, Wandern, Klettern, Para-Gliding, Kiting, Tennis, Rafting, Ski Alpine, Reiten, Segeln, Golf oder Surfen.
Bajardo kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken
Der historische Ortskern findet seine Ursprünge um 1000 v.Chr. und hat bis heute seine für die Region typische, ländliche Architektur erhalten.
Um ca. 400 v.Chr., zur Blütezeit der keltischen Kultur ging der Handel in Richtung Mittelmeer und Kleinasien über die Alpen bis zu den griechischen Städten Spina und Adria. Die keltischen Völker hinterließen die Spuren ihrer Kultur bis in die Spätantike. Zahlreiche Überreste dieser ersten europäischen Kultur finden sich heute in Nord-Frankreich, aber auch im Nervia-Tal.
Kultstätte der Druiden
Bevor die Römer Bajardo ausbeuteten, diente der Gipfel des Berges als Stätte des Wissens der Druiden (Priester der Kelten). Einige der historischen Steinobelisken sind über die Jahrtausende erhalten geblieben. An die Stelle des Druidentempels wurde später eine römischkatholische Kirche mit einer Burg gebaut, die als Schutz für das umliegende Dorf diente. Im 17. Jahrhundert wurde ein Teil dieser Schlossburg durch eine Kirche ersetzt.
Gegen Ende des letzten Jahrhunderts, im Jahre 1887 versammelten sich circa hundert Bauern unter den Bögen dieser Kirche, um den Aschermittwoch zu feiern, bevor sie hinaus auf die Felder gehen wollten, um diese zu bestellen. Jedoch dazu kam es nicht mehr. Während des Gottesdienstes wurden die Berge von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert und über hundert Menschen starben, als das Dach der Kirche zusammenbrach.
„Es wurden also viele Holzhauer nach der Westküste in den zu Triora gehörenden Wald von Bajardo geschickt und daselbst das zum Bau der Galeeren nothwendige Holz, welches von vorzüglicher Schönheit war, gefällt.“
1261, aus “Die Jahrbücher von Genua” 1895
Die Wiederentdeckung Bajardos
Dank der Initiative der Bioliguria-EcoArchitettura, der Verwaltung und des Gemeinderats wird das Dorf wieder hergestellt.
Das verbliebene Mauerwerk der alten Kirche wurde konserviert. Die Oberseite des Berges wird wieder bewohnt und die meisten noch vorhandenen Häuser werden restauriert oder wiederhergestellt. Große Teile der Olivenhaine werden heute wieder kultiviert.
Eine noch existierende historische Strasse mit einem einzigartigen Panoramablick, die zum Transport der Baumstämme für den Schiffsbau diente, führt über San Romolo 5,5 km nach San Remo und zum Autobahnanschluss, wurde wieder aktiviert.


























