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Bajardo
ist eine Gemeinde mit ca. 350 Einwohnern und gehört zur Provinz Imperia, in
der Region Ligurien (Italien). Das Bergdorf liegt in den Ligurischen
Seealpen auf 900 m Höhe mit einer Fläche von 24.000 ha, von der der größte
Teil aus Olivenhainen besteht. Die verbleibende Fläche besteht aus
Brachland, auf dem heute zum Teil Blumen gezüchtet werden, sowie Weinanbau,
Kastanien und Mischwald.
Ein ausgedehnter Pinienwald im Tal Armea ist von der EU als Biotop
anerkannt. Der historische Ortskern, 1887 von einem Erdbeben fast völlig
zerstört, findet seine Ursprünge im ersten Jahrtausend vor Christus und hat
bis heute seine für die Region typische, ländliche Architektur erhalten.
Das erzeugte Olivenöl war schon immer sehr bekannt für seine
außergewöhnliche Qualität und feinen Geschmack. Große Teile dieser
Olivenhaine werden jedoch heute nicht mehr kultiviert. Bajardo ist wegen
des einzigartigen Mikroklimas der höchstgelegenste Ort Europas mit
Olivenanbau.
Das Gebiet leidet unter starker Abwanderung, die in den letzten Jahren
trotz zahlreicher Bemühungen nicht gebremst werden konnte.
Die Gemeinde befindet sich in der sonnenreichsten Lage Liguriens mit besten
klimatischen Voraussetzungen, da hier zwei unterschiedliche Klimazonen
aufeinandertreffen, entsteht ein besonderes Mikroklima.
Das Projekt EcoBajardo
wurde von der Bioliguria – EcoArchitettura geplant und wird von der
Betreibergesellschaft Bajardo-Bioliguria scrl. realisiert und
verwaltet.
Bajardo ist der Prozeß einer leistungsfähigen
Programmierung mit folgenden Schwerpunkten:
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Vorrangig sind konzentrierte Eingriffe
auf der Basis der überkommenen Kultur und unter Berücksichtigung der
natürlichen Ressourcen unter Vermeidung der Auswirkungen eines negativen
Tourismus und der damit verbundenen Kapitalüberfremdung.
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Zielgruppenansprache ist eine Garantie für
Qualitätstourismus, der die lokale Kulturlandschaft respektiert.
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Die Niederlassung von kleinen und mittleren
Unternehmen aus dem nordeuropäischen Raum vornehmlich im Bereich
innovativer Technik im Dienste des Umweltschutzes
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Integrierte Seniorenresidenz mit ärztlicher
Versorgung
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Respektvolle, schonende Nutzung der bestehenden und
natürlichen Ressourcen.
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Erhaltung und Wiederherstellung der
überlieferten, historich-ländlichen Kulturlandschaft.
Programm zur lokalen Entwicklung
Bajardos
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Wiederherstellung der zerfallenen Dorfstrukturen
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Aufforstung/Waldbewirtschaftung; Ernte und
Verarbeitung von Waldfrüchten (Pilze Brombeeren Himbeeren Waldbeeren, Erdbeeren,
Kräuter, usw.) durch ortsansässiges Handwerk. (Rural – Market)
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Mineralwasser / Heilwasser
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Erneuerbare Energie / Alternative Energie
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Wasserwirtschaft (Regeneration)
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Ökokompatible Infrastrukturen (Elektromobile)
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Neuansiedlung von Unternehmen vorzugsweise aus
dem Ausland
Öko-Restaurants,
Orts typische Bioprodukte, Wanderwege.
2.1. Ausgangslage
Das Projekt folgt auf den sozioökonomischen Entwicklungsplan, der 1994
erarbeitet wurde und dessen Maßnahmen abgeschlossen waren. Der neue
Entwicklungsplan wurde von der Bioliguria-Ecoarchitettura auf der Grundlage einer Studie über
Bajardo erstellt. In diesem Rahmen wurden Analysen erstellt und die lokale
Situation erfasst. Es konnte ein Mangel an Unternehmertum, Investitionen,
Ideen und Informationen in den voraufgegangenen Jahren festgestellt werden,
die den Zerfall und die Abwanderung noch beschleunigten. Das hat wiederum
zur Folge, dass keine Gelder für Studien und Projektentwicklung zur
Verfügung stehen. Ohne private Eingriffe ist Bajardo, wie viele andere
Bergdörfer Liguriens dem Zerfall ausgeliefert
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Der Plan zur Entwicklung und
Wiederherstellung Bajardos wurde im Oktober 1999 auf Anregung der
Bürgermeisterin Bajardos von der Bioliguria - EcoArchitettura aufgenommen,
die eine integrierte Entwicklung unter Einbeziehung der natürlichen
Ressourcen ohne wesentliche Landnahme
vorschlug. Der Ausgangspunkt
für eine Untersuchung war die Bevölkerungssituation, die Gemeinschaft und
ihre Probleme, um mögliche Lösungen auf wissenschaftlicher Basis zu
erarbeiten. Eine internationale Expertenkommission mit Vertretern aus
verschiedenen Bereichen wurde gebildet.
Folgende Vorgangsweise kam zur Anwendung:
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Sammlung von Daten und historischen
Materialien und Treffen zwischen Experten und Bürgern;
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Analyse der Bevölkerungsentwicklung und der
Beschäftigungssituation, Sammlung und Analyse der Daten über
wirtschaftliche Aktivitäten: Landwirtschaft, Tourismus Handwerk und Kultur.
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Treffen mit den verschiedenen
Bevölkerungsgruppen zu verschiedenen Themen, Darstellung der Inhalte der
Vorstudie, Darstellung der gesammelten Daten und Diskussion, um die Daten
zu überprüfen und Vorschläge zu sammeln;
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Auf der Grundlage der Daten und der Hinweise
aus den Treffen, entstand ein Planungsvorschlag, in dem Ziele, Prioritäten,
Dauer, Ressourcen aufgelistet wurden;
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Die Vorschläge wurden dem Gemeinderat
vorgelegt und von diesem einstimmig angenommen.
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Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt:
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Schaffung eines lokalen Museums zur
Identitätsbewahrung
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Die Verbesserung der landwirtschaftlichen
Produktion und der Vertrieb der Produkte.
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Wiederbewirtschaftung eines Teils der
Olivenhaine
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Entwicklung von Konzepten für Urlaub auf dem
Bauernhof
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Verschiedene öffentliche Projekte: Sportplatz,
Kläranlage, Wanderwege, Verbesserung der Stadtmöblierung, kommunale
Olivenpresse.
Auch wenn diese Phase Ergebnisse vorzeigen
konnte, ist damit der Zerfall Bajardos nicht aufzuhalten. Der Bevölkerungsrückgang und die Abwanderung
wegen mangelnder Perspektiven ist die Ursache des Zerfalls und harrt vor allem in Bajardo und in den umliegenden Berggebieten
einer Lösung.
Das Projekt EcoBajardo 2001-2013 hat zum Ziel,
diese Probleme zu lösen und leitet in eine Phase der integrierten
zukunftsorientierten Entwicklung ein.
2.2. Ziele
Ziel ist es, die Entwicklung Bajardos für das nächste Jahrzehnt als Modell
zur Nachahmung für die umliegenden Dörfer voranzutreiben, um somit den
unaufhaltsamen Zerfall der Seealpen zu unterbrechen.
2.3. Akteure
Verwaltung und Gemeinderat, UNCEM, INRM, externe Experten (Soziologen,
Architekten), Bürger.
2.4. Zeitrahmen
Die Vorstudien begannen im Oktober 1999. Im Juli 2001 wurde das Projekt
vorgestellt und verabschiedet. Dieses Projekt soll Wege für eine
zukunftsweisende Entwicklung in dieser Region aufzeigen und ist ab Dezember 2004 in der Umsetzungsphase.
2.5. Finanzierung
Die Kosten für die Studie und Planung wurden von der Bioliguria –
Ecoarchitettura getragen. Die Gesamtinvestition beträgt über 12 Millionen
Euro, wovon der größte Teil der Projekte von der Bajardo-Bioliguria scpa
getragen wird, weitere Mittel werden über das Ziel 2 Programm der EU beantragt.
Kontakte zu Sponsoren wurden ebenfalls hergestellt.
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